Wochenspiegel für das Erzgebirge (we) - Dienstag, 30.April 2002

Meisterwerke aus Glas - Interessante Sonderschau im Museum Zschopauer Tor in Marienberg

Marienberg (ULB). "Meisterwerke aus Glas - in Schliff, Gravur und Malerei" ist der Titel einer neuen sonderschau, die im Heimatmuseum Zschopauer Tor noch bis zum 16. June zu sehen sein wird. Gezeigt werden Werke der Satzunger Glasschleifer und -graveure Peter Mühlig bzw. Peter Uhlig. Letzterer war auch zur Ausstellungseröffnung gekommen und gab dabei einen Überblick zur Geschichte der Glasproduktion im Erzgebirge. Diese stand bereits im 14. Jahrhundert in relativ hoher Blüte (z.B. in Heidelbach), das Glasmacherhandwerk ging allerdings vor gut 200 Jahren auf der sächsischen Seite des Erzgebirges komplett in die Holzdrechselkünste über. Die Glasproduktion und -veredlung erwachte erst 1946 wieder - als Folge der Vertreibung der Sudetendeutschen.

Im west-, nord- und ostböhmischen Raum standen bis dato bekanntlich Firmen u.a. in Karlsbad (Moser) in Gablonz (Bijouterie) oder in Haida (Egermann) auf absolutem Weltniveau. Auf dem Gebiet des heutigen Mittlerem Erzgebirgskreises entstanden so in der Nachkriegszeit zwei Unternehmen; in Olbernhau das Unternehmen Pech&Kunde und in Satzung die Firma Volkmer & Co.. Volkmers stammten aus der welberühmten Glassstadt Haida (heute Novy Bor) und brachten so ihre hohe Kunst der Bleiglasveredlung aus der verlorenen Heimat an den sächsischen Erzgebirgskamm mit. Diese Kunst wird auch heute noch in Satzung, an der Hauptstraße 82 durch Peter Uhlig bestens praktiziert.



Freunde schöner Glaskunst sollten sich die neue Sonderausstellung im Zschopauer Tor in Marienberg nicht entgehen lassen. Rechts im Bild: Der Satzunger Glasschleifer Peter Uhlig und Museumsleiterin Silke Ullman bei einer kleinen Fachsimpelei um ein veredeltes kobaltblaues Bleikristall.
Foto: Ulbricht (2)


Uhlig hat auf diesem Gebiet immerhin bereits eine 33-jährige Berufserfahrung und steht kurz vor dem zehn jährigem Jubiläum seiner Selbständigkeit. Einige der gekonnten Schliffe (traditioneller Pariser Schliff) und Gravuren in verschiedenen Farbnuancen seines Unternehmens sowie alte Technik sind also nicht nur in seinem Satzunger Musterzimmer, sondern auch in den Vitrinen des Zschopauer Tors zu bewundern. (...)

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